Zurück in der Schweiz

Endlich haben wir die Schweiz erreicht. Nach reichlich Stau und Fahrzeit durch Deutschland und Österreich überquerten wir bei Diepoldsau die Grenze zur Schweiz. Die Zöllner waren beschäftigt und winkten uns durch. Wir fuhren einen geplanten Umweg durch das Rheintal, welches ein bischen aussieht wie Montenegro, aber höhere Berge hat. Der geordnete Verkehr, wie auch die schicken Autos fielen uns gleich auf. Im Vergleich zu Deutschland ist die Schweiz auch absolut baustellenarm – wirklich wahr!

Via Zug & Luzern erreichten wir nach einigen weiteren Kilometern und Reisverschlussproblemen den Brünigpass, über den wir den geplanten Camping bei Interlaken anfuhren, wo die Urgrosseltern einen Stellplatz haben.

Ungewohnt war für uns, dass wir mit Migros-Cumulus-Punkten einkaufen konnten, einer Parallelwährung, die neben dem Schweizer Franken fleissig gepflegt und gesammelt wird.

Die letzten Tage verbringen wir nun in den Bergen, bevor wir wieder nach Hause fahren. Nach einem feinen ZNacht fielen wir bald alle ins Bett um tagsdarauf ausgeschlafen einen kleinen Ausflug in die Beatushöhlen zu unternehmen.Wie immer in und um Interlaken teilt man sich die schönen Aussichtspunkte mit vielen Touristen und dementsprechend fallen die Preise aus. Wir picknicken noch auf dem Drachenspielplatz bevor wir den Bus/das Schiff zurück nehmen und die letzten Tage im Wohnmobil geniessen.

Wieviel mol mien mr no schlofe?

Das Ende der Reise naht – „no 5 mol schlofe“. Daher entschieden wir uns in 2 Etappen zurück in die Schweiz zu fahren.

Erste Etappe via KZ-Gedenkstätte Mauthausen an den Traunsee.

Empfohlen wird die Besichtigung von Mauthausen für Kinder ab 14 Jahren. Nach einem kurzen Recken und der Gewissheit, dass die Geschichte zwar hart, aber die Bilder nicht zu grausig sind, setzten wir die Limite auf 9 Jahre runter. Junior durfte folglich Filme schauen, während wir mit den Grossen das ehemalige KZ besuchten.

Die Anlage ist sehr gut gewartet und gibt gute Möglichkeiten Kindern zu erklären, was die Menschen sich auch nach dem Mittelalter gegenseitig antun, wenn sie nicht gleicher Meinung sind.

Beantwortet wurden Fragen wie: Was ist Quarantäne, würdest du lieber durch einen Morgenstern oder durch Gas sterben, warum helfen Menschen bei sowas mit, ist es warm, wenn soviele Leute in einem Raum schlafen, ist das in Syrien auch so, wie lange ist es her und wann war noch mal der Krieg in Jugoslawien.

Nach 30 intensiven Minuten machten wir uns auf die Weiterfahrt.

Übernachtet haben wir wegen dem definitiven Bedarf nach einer warmen Dusche auf einem Camping am Traunsee. Die Aussicht war wunderschön.

Bratislava

In Bratislava übernachteten wir auf dem grossen Kiesplatz neben der grünen Donaubrücke. Ein paar Meter weiter hat es einen tollen Spielplatz.

Zum späten Znacht gab es asiatisches All-We-Can-Eat im Konsumtempel ‚Aupark‘. Während wir noch assen, fand Junior heraus, dass die slowakischen Bankomaten auch ohne Kreditkarte spannende Fehlerbelege ausdrucken, wenn man nur genug „fingerlt“ – Junior ist ja unser Sammler und machte sich einen Spass daraus.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit den Trottis über die Brücke zur Altstadt. Der Kern ist autofrei und lädt zum gemütlichen Flanieren ein. Zwischen Restaurants und Souvenirläden hat man einiges zu entdecken.

Uns führte der Weg an der Statue vom Bernolak vorbei steil hinauf zum Schloss, während wir Jahreszahlen rechneten und herausfanden, dass dieser Bernolak nur 52 Jahre alt wurde.

Das Schloss von Bratislava besticht durch Schönsein, Ausblick und einen schattigen Spielplatz auf dem wir uns ausruhen konnten (während die Kinder tobten 😉).

Bootstour im Auenwald

In Orth an der Donau haben wir eine Auenwaldführung im Nationalpark gebucht. Zuerst gings mit dem Paddelboot einen Seitenarm der Donau emtlang. Danach nach zu Fuss durch Mückenschwärme in den Wald.

Vom Boot aus sahen wir viele Biberbauten und Tierspuren. Ein Biberfell wurde uns zur Ansicht gezeigt.

Auf den Schotterinseln soll es viele Vogelarten geben, welche man Schotterbrüter nennt und in Europa kaum mehr vorkommen, weil die Menschen den Bodengelegen zu nahe kommen oder die Flussläufe so fest geformt werden, dass keine Schotterinseln mehr entstehen können. Die Ranger, wie sie sich selbst nennen, hatten viel zu erzählen. Sehr interessant fanden wir die Vorteile von Hochwasser für die Natur.

Im Wald entdeckten wir neben den gefrässigen Gelssen noch eine schöne Baumpilzfamilie sowie eine Hirschkäfergruppe.

Via Rust an einen Orth an der Donau

Von Slowenien aus machten wir uns auf den Weg nach Österreich, um die anstehende Donau-Auen-Nationalpark-Bootstour fristgerecht anzutreten. Wir entschieden uns für einen Zwischenstop bei Rust am Neusiedlersee, welches wir aus Angst vor den wiegenden Österreichern über ungarischen Strassen anfuhren.

Kurz nach der Grenze fanden wir den angepeilten Parkplatz und das dazugehörige Seebad.

Eine Nacht auf dem Parkplatz und den Morgen im Seebad später, fuhren wir nach Hainburg, wo wir den keltischen Aussichtsturm bestiegen und die Landschaft genossen.

Als Übernachtungsplatz haben wir uns einen Zeltplatz an der Donau ausgesucht.

Ljubljana – Postojna

Vom wunderschönen Savinja-Tal fuhren wir für einen kurzen ‚Blick‘ nach Ljubliana bevor wir uns zum Treffpunkt ‚Höhlen von Postojna‘ begaben. Die Kinder zählten die Tage rückwärts bis wir dort endlich eine befreundete Familie treffen.

Mit Souvenirs und der obligatorischen Glace im Bauch, machten wir uns auf zu unserem Treffpunktparkplatz in Postojna, wo wir einem Gewitter mit Filmen und Wlan in unserem Wohnmobil trotzten.

Am Morgen traffen wir uns mit unseren reiselustigen Freunden und besuchten gemeinsam die beeindruckende, grösste Tropfsteinhöhle Europas (25km Länge, davon könne ca. 3km begangen werden).

Über den Daumen gepeilt werden alle 10 Minuten ca 150 Besucher durch die Höhle geschleust, aber ein solch schönes Naturspektakel soll ja auch gesehen werden.

Für den Nachmittag fuhren wir wieder zurück nach Ljubljana, wo wir zu 9. einen erneuten Abstecher ins Stadtzentrum machten.

Mit vielen Bildern, Skulpturen sowie Tags, Spuckis und Klebern wird hier kunterbunt auf verschiedenste Themen aufmerksam gemacht – die wohl bunteste Stadt auf unserer Reise bisher.

Hinter jeder Mauer gibt es für uns etwas zu entdecken.

In den Restaurants entlang der bunten Stadt wird auf Kleinigkeiten geachtet und Hunde bekommen als Gäste unaufgefordert Wasser und Leckerlis aufs Haus

Auf einem Stellplatz gab’s jede Menge Pizza und die Kinder tobten bis es Dunkel war.

Für alternatives Abendprogram findet man auf http://www.metelkovamesto.org übrigens Anhaltspunkte, meine Energie des Tages ist zu später Stunde aber leider schon aufgebraucht und der Fahrer von morgen sollte fit sein.

Der Abschied fiel einigen sehr schwer. Die befreundete Familie kommt erst in 1 Jahr wieder zurück.

Savinja-Tal

Unsere Reise führte uns nun nach Slowenien, wo wir nach einem kühlen Ort suchten, um die heissen Tage gut hinter uns zu bringen. Ohne zu wissen, wohin wir genau fahren, verschlug es uns ins wunderschöne Savinja-Tal. Der Fluss entspringt einem hohen Wasserfall und da es weit und breit keine Stauseen gibt, kann man das gesammte Flussbett für Stauen, Bauen und Baden nutzen.Den nächsten Morgen verbrachten wir also an der Savinja, um uns vor der grossen Hitze etwas Abkühlung zu verschaffen. Sogar Lolec stapfte mit uns durchs Wasser. Die nächsten Tage bleiben wir hier und geniessen zwischendurch die Abkühlung am Fluss oder im Badesee.Die Kinder durften noch einen Kidsparkour am Hochseilklettergarten testen. Unsere Grosse hatte das Glück, dass Papa sich erweichen liess, den hohen Parkour mitzumachen. Also mal kurz die Höhenangst überwinden und los gings.

Nachtrag: Ja, uns gibt es noch! Wir haben die letzten Tage sehr entspannt verbracht. Gestern Abend gingen wir einen Burger essen. Jaro mochte den Vetschi-Börger am liebsten und darum machte Mama einen netten Tausch. Die Bar war sehr interessant eingerichtet und wie so oft auf unserer Reise fand Aufklärung über verschiedene Themen statt.

Wir fahren nun weiter nach Ljubliana und Postonja.

Keszthely am Balatonsee

Wir überquerten die Serbisch-Ungarische Grenze bei Horgos, einem kleineren Grenzübergang.

3.20m Höhe ist das eigentliche Maximum, wegen eine Sicherheitskamera die im Weg hängt, darf man aber schon mit 3.10m bei den „All Passports“ durch, wo es etwas mehr Spielraum gibt.

Die Abfertigung war trotz Hitze und unserem mit viel Leben gefüllten Wohnmobils zügig und unkompliziert.

Vielleicht hilft uns ja auch die pinke Schildkröte im Cockpit dabei, dass die Männer in den Zollhäuschen lieber andere kontrollieren. 😇

Es folgten einige Stunden Fahrt über perfekt asphaltierte Strassen. Landschaftlich gab Ungarn auf den Kilometern zum Balaton nicht viel Sehenswertes her, es scheint aber ein gut ausgebautes Fahrradnetz zu geben und alles wird penibelst sauber gehalten.

Gegen Abend kamen wir in Keszthely an, wo wir unser Wohnmobil beim Gärtnerhof abstellten, auf dem sich seit 30 Jahren die gleichen ordentlichen deutschen Renter treffen. – Wir machten dann mal Invasion.

Der saubere Pool erfüllte nun 3 Tage seinen Zweck, die Rentner waren kinderlieb. Dazwischen besuchten wir aus verschiedenen Gründen immer mal wieder das oberhalb gelegene Städtchen.

Keszthely ist eine kleine Stadt mit touristischem Kern. Es gibt also alles was der Tourist sich wünscht; Kirchen, Souvenirläden, einen kleinen Markt, einen künstlich gekühlten Platz und viele Restaurant mit köstlichem Essen. Aufgrund der Hitze fahren wir nun weder Budapest noch Zagreb an, sondern brechen Richtung Slowenien auf, wo wir dem Treffen mit reiselustigen Freunden entgegen fiebern.

Tschau Serbie

Nach einer Nacht auf dem Camping beim Bauernhof tummelten sich 157 reisewillige Fliegen in unserem Wohnmobil. Wir baten sie höflich den Raum zu verlassen, da Schlepperei in Serbien hart bestraft würde.

Den Kindern machten wir eine Freude mit einem Zwischenstopp in einem Aquapark mitten im Nirgendwo auf dem Weg zum nächsten Campingplatz.

Voller Vorfreude fuhren wir einen schattigen Platz an der Theiss an. Begrüsst wurden wir von 1000den Mücken und einer Serbin, welche sofort mit Antibrumm auf uns lossprühte. Wir richteten uns ein mit Mückenschutz und Rauchspiralen und es war erträglich. Leider konnten wir den tollen Platz so überhaupt nicht geniessen. Die Kinder verbrachten den heissen Tag im Pool und es wurde somit ein entspannter Pausetag.

Im Restaurant hatten wir eine serbisch/ungarische Speisekarte und waren am übersetzen, als hilfsbereite Serben uns auf schweizerdeutsch anquatschten und uns die Karte grob übersetzten. Darüber waren wir sehr froh, denn ortsansässige Empfehlungen trafen bisher selten unseren Geschmack bzw. ganz sicher nicht den der Kinder.

Serbien hat uns sehr gut gefallen. Die Leute sprechen zwar oft kein Englisch, aber waren sehr offen und freundlich. Die Campingplätze sind sehr schön und sauber. Auch sahen wir keinerlei negative Situationen, hatten nie Angst um unsere Sicherheit oder bestohlen zu werden. Serbien ist daher unsere klare Camping-Reiseempfehlung für kleines Geld.

Bela Crkva bis Novi Sad

Nach langem hin und her fanden wir eine Route, die für uns alle spannend aussah. Das Wetter macht uns zu schaffen, Städtetrips bei 32 Grad liegen mit den Hunden einfach nicht drin, aber auch andere Familienmitglieder schlägt die Hitze aufs Gemüt. So verabschiedeten wir uns vom Plan von Rumänien nach Budapest zu fahren und geniessen ein paar Tage in Serbien, wo es doch einige Grade kälter sein soll als anderswo.

Der erste Halt war unmittelbar nach der Grenze, in Bela Crkva, auf einem sehr schönen Campingplatz am See. Der Platzbesitzer wurde kontaktiert weil er als einziger Englisch kann. Die Verständigung mit Händen und Füssen klappt aber mittlerweile hemmungslos🤗

Die Auswahl an Plätzen in Serbien ist nicht riesig, weshalb wir sehr froh waren, dass hier noch Platz frei war. Gewohnt unkompliziert durften wir uns dort für die nächsten beiden Tage einrichten.

Nach dem Aufenthalt im Camping Oaza besuchten wir auf dem Weg nach Belgrad noch die Festung von Smederevo an der Donau, welche wir bei drückender Sonne besichtigten. Die Baute aus dem 12.Jhdt war sehr eindrücklich, aber etwas schief und wir achteten uns gut, wohin wir traten. Die Nachbauten sind übrigens aus Styropor.

Eine kurze Fahrt später standen wir schon in Belgrad, wo wir bald einen Parkplatz fanden, bereit auch die Belgrader Festung zu erobern.

Leider fing es kurz darauf heftig an zu stürmen und regnen und wir entschieden uns zum Wohnmobil zurück zu kehren nachdem wir eine halbe Stunde mit einer chinesischen Reisegruppe in einem Durchgang der grossen Festung verbracht hatten, die jeden Windstoss mit einem kollektiven „Huuuu uyyyyyyeeeee“ besangen.

Klatschnass flüchteten wir uns durch die Bäche zum Wohnmobil und fuhren durch das bewässerte Belgrad weiter zum ausgesuchten Campingplatz – der keiner war – und übernachteten anschliessend in Petrovaradin nahe der nächsten Grosstadt – Novi Sad – bei der Festung Nr. 3 auf einem Parkplatz.

Wir schliefen gut, keiner störte uns und morgens früh um 7 Uhr machten wir alles bereit, die Festung von Petrovaradin auch noch zu besichtigen.

Den Mittag verbrachten wir anschliessend in der Stadt von Novi Sad. Etwas Spazieren, schöne Häuser, verfallener Leerstand, Betonklötze, Hühner in Wohnblock-Kellern, kleine Bäckereien, Kirchlein und ausgewachsene Kirchen bestaunen, etwas Essen und ein Glace geniessen.

Aufgefallen sind uns in Serbien die Einheimischen, die ihre Hunde an der Leine Gassi führen – Haben wir in den von uns bereisten Balkanstaaten bis jetzt kaum gesehen.Den Tag beendeten wir auf einem Bauernhof-Campingplatz mit Pool, der – surprisesurprise – wegen Chemikalien geschlossen ist! (Nachtrag der Redaktion: Der Pool wird heute offiziel öffnen, wahrscheinlich kein Grund freiwillig rein zu gehen.)